Zurückliegende Ausgaben
Dies ist ein Archiv der
RoboTaxis, SpaceX und das Sommerloch
Robotaxis – ein struktureller Wachstumsmarkt! Der US-Markt wird sich gigantisch entwickeln, sagen Sellside-Analysten. Neu ist: Tesla wird bereits 2030 80 Prozent des US-Marktes belegen. Überraschung: Nicht Tesla profitiert, nein: SpaceX. Die ganze Story: Falsch in jeder Hinsicht. Denn der Robotaxi-Markt folgt nicht der Technologie-Logik aus Austin, sondern der Demografie: Wer dicht wohnt, kein Auto besitzt und alt wird, fährt autonom. Japan, China, Nigeria und Indien sind entscheidend, mAgA-Country ist Nebenkriegsschauplatz.
Halbleiter Pfui – Retail Hui
Spektakulär gescheitert ist der Überflieger des Halbleitertrades der vergangenen Monate: ›Situational Awareness‹. Highflying Ikarus träfe die Fondsstrategie wohl besser. Citadel spielte generös ›weißer Ritter‹ – im Kapitalismus gewinnen immer die Großen. Das gilt auch und insbesondere für den Einzelhandel. Entweder man ist selbst Oligopolist oder Bestandteil eines mächtigen Konglomerats. Dann ist man viel agiler als die behäbige Konkurrenz. Das zeigt DFI Retail gerade mit seinen Halbjahreszahlen.
SAP Turnaround
Vor drei Monaten war es fraglich, ob SAPs Financial Engineering ein Geniestreich oder Selbstmord sei. Jetzt liegen die Q2-Zahlen vor. Cloud Backlog +27%, Cloud Revenue +22%. Die Angst, AI würde SAP fressen, erweist sich als leeres Mantra. Die Zahlen haben (insbesondere im Sommerloch) internationale Strahlkraft.
Halbleiter-Edition
In den USA zeichnet sich ein Zenit im Hype um Speicherhersteller und Hyperscaler ab. Nach dem Börsengang von SK Hynix strebt auch Samsung eine US-Notiz an. Es mehren sich kritische Stimmen, die die Aufnahmefähigkeit des US-Markts hierfür in Frage stellen. Gleichzeitig verbessern sich die Perspektiven in Europa. Der industrielle Restart nimmt deutliche Konturen an. Im Zentrum: europäische Halbleiterwerte.
Schnell noch Geld einsammeln
SpaceX ist erfolgreich im Nasdaq-Index gelandet. Das bescherte den Konsortialbanken einen Geldregen. Mit diesem neuen Spirit gehen die Investment-Banker neue Börsengänge an. In der Berichtswoche kam die Zweitnotierung von Hynix an die US-Börse. Eine frische Quelle unberechenbarer Volatilität als Spielwiese für US-Spekulanten. Die Sandwich-Kette Jersey Mike ist als Nächstes dran. Dort strebt man Bewertungen ähnlich wie Palantir und SpaceX an. Die Konsortialbanken sind wieder an Board, bereit, den Appetit der Börsenjunkies für Junkfood auszutesten.
Into the Cold: CSL & Cochlear
Ferienzeit in Germany, Schmuddelwetter in Down Under. Gehen wir dorthin, wo die Action ist: Der Healthcare Sektor in Australien. CEO-Krise, Währungsrisiken, Zoll-Unsicherheiten, gesättigte Märkte und ein Preisdiktat aus dem Wachstumsmarkt China – das volle Programm hausgemachter und geopolitisch geerbter Krisen. Die Marktreaktion ist entsprechend. Australische Healthcare Aktien sind ausgebombt. CSL und Cochlear sind die beiden BlueChips. Beide erholen sich von Mehrjahrestiefständen – mit unterschiedlichen Perspektiven.
Autokrise
Ist dies nur ein Versuch, die Bundesregierung noch vor der Sommerpause zu weiteren Subventionen zu drängen oder mehr? Es geht um die Ankündigung von VW, 100.000 Beschäftigte zu entlassen. Inbesondere im Osten der Republik beeilten sich Funktionsträger den beabsichtigten Kahlschlag zu verdammen. Tatsächlich erscheint der halbstaatliche Konzern ziemlich angeschlagen. VW ist sicherlich »too big to fail«, Erinnerungen an die Rettung von GM im Jahr 2008 werden wach. Allein dies begründet einen Blick hinter die Fassade.
Die Warsh FED
Es war das Ereignis der Woche: Der neue FED-Vorsitzende gab den Zinsentscheid der Notenbank bekannt und äußerte sich zur Geldpolitik unter seiner Leitung. Jede/r neue FED-Vorsitzende wird kurz nach dem Amtsantritt von den Märkten getestet. Was erwartet uns im Herbst 2026?
The Winner Takes it All
Wie lange können die geplanten AI-Investitionen noch mit frischem
Kapital finanziert werden? Wie gelingt es, weitere Kapitalquellen zu erschließen?
Die erste Frage beschäftigt uns schon eine Weile. Aur die zweite erhalten wir
in den kommenden Monaten eine erschöpfende Antwort.
Oracle hat erneut versucht, konventionell einen Kredit für Datacenter aufzunehmen – und
die Grenzen dieser Kapitalbeschaffung aufgezeigt. SpaceX zog alle Register und erntete
reichlich. Der Börsengang selbst war erfolgreich. Ob es so bleibt, wird sich zeigen.
Für OpenAI und Antropic liegt die Latte ein ganzes Stück höher. Be creative!
Nicht auszudenken, wenn auch nur ein IPO ein floppt.
Was sind wir alle schlau
Normale Menschen gehen zur Bank, legen dort einen Geschäftsplan vor und lassen sich eine Kreditlinie einrichten. Die Bank prüft die Risiken, das Unternehmen führt den Plan aus und zahlt Zinsen. StartUp-Unternehmen suchen Risikokapitalgeber. Diese können Unternehmensstrategie und die Umsetzung beeinflussen. Wenn man US-Hyperscaler ist, spielt man in einer anderen Liga. Man »zapft« den Kapitalmarkt mit globalen Corporate Bond Emissionen an und gibt anschließend Wandelanleihen aus, die weder Zinsen zahlen noch ein Recht zum Wandeln tragen. Für die Öffentlichkeit ist das eine in die Zukunft verschobene Kapitalerhöhung, in Wahrheit ist das geniales Financial Engineering, das Risiken zinslos zu Staatsfonds und der Berkshire Hathaway verschiebt.
Zukunftsmarkt Radiologie
Pfingsten gaben die Jardines bekannt, groß in den australischen Radiologiemarkt einzusteigen. Investoren in den Wert fanden das gar nicht lustig und stimmten mit den Füßen ab. Dabei ist das ein genialer Schachzug: Man kauft sich den Marktführer in einem entwickelten Nischenmarkt und nutzt dies als Basis für eine Expansion in wenig entwickelte Wachstumsmärkte in der Region, wo man hervorragend vernetzt ist. Ein Lehrstück über den anstehenden Sommerblues und Opportunitäten abseits ausgetretener Wege.
Pfingsten
Der Spirit der Jahrtausendwende ist zurück. Wer etwas auf sich hält, sieht die Zukunft durch eine rosarote Brille, träumt von Erdaufgängen über dem Tycho-Krater bei einem All-Inklusive-Urlaub mit SpaceX und unendlicher umweltfreundlicher Energie aus gigantischen Sonnenkraftwerken zwischen Erde und Venus. Realistische Zeitgenossen warnen vor ähnlichen Enttäuschungen wie 2001, als die Aktienpreise einen Realitätscheck durchliefen. Vielleicht passt das alles zum zweithöchsten christlichen Fest, das an die erste christliche Gemeinde erinnert und den Siegeszug des Monotheismus begründet.
Maschinensturm
Der diplomatische Reisezirkus suggeriert: Die Machtzentren der Welt sprechen miteinander. Der Pomp ist aber nur Beiwerk. Tatsächlich wurde in Peking die Welt im Hinblick auf Taiwan neu aufgeteilt. Die USA überlässt China die Dominanz über Asien und ist froh, kurzfristige ökonomische Vorteile gewährt zu bekommen. Zeitgleich fungiert die USA weiter als globaler Geldstaubsauger, manisch getrieben von der Vorstellung, dass intelligente Maschinen das amerikanische Zeitalter in die Zukunft tragen werden.
Sell in May
Beinah reflexartig breitet sich das „Sell in May”-Narrativ im Kopf aus, wenn die Preise für Aktien vor der Sommerpause Rekordstände aufweisen. Das Jahr 2026 ist trotzdem besonders. Niemals vorher treiben so viele Krisen ein ökonomisch destruktives Unwesen, gleichzeitig bläst die AI-Revolution massive Spekulationsblasen auf. Die Sell-Side wird nicht müde, auf perspektivisch steigende Gewinnerwartungen hinzuweisen. Gleichzeitig häufelt Berkshire Hathaway (ohne Warren Buffett) immer mehr Cash an und hat auch keine Eile, das Kapital zu reallokieren.
Cohere und SAP
In den USA dreht das schuldenfinanzierte Überkreuzbeteiligungs-Rad mit einem Mega-Deal zwischen Nvidia und Amazon eine weitere Runde. Gleichzeitig gewährt die US-Treasury Golf-Staaten Swap-Lines, Überziehungskredite auf Staatsebene. Europa freut sich über den Frühlingsbeginn und die deutsche Regierung feiert die Übernahme von Aleph Alpha durch Cohere aus Kanada. Immerhin konnte eine Übernahme durch ein US-Unternehmen verhindert werden. Und SAP? … Ist möglichereweise der Schlüssel für die souveräne europäische Digitalstrategie.
Realitätsverweigerung
Der Krieg im Golf ist weit weg, der Glaube an die Allmacht der Trump Administration ist grenzenlos. Nur mit dieser Interpretation der Wirklichkeit lässt sich erklären, was gerade an den Börsen in den USA los ist. Institutionelle Marktteilnehmer haben spekulative Positionen aufgebaut, wie noch nie zuvor. Ist das kollektive Realitätsverweigerung oder gibt es schlicht keine Alternativen?
Verkaufsargument AGI
Artificial General Intelligence, also Künstliche Intelligenz, die menschliche Intelligenz in allen Bereichen nachbildet oder übertrifft, ist seit langem in der AI-Branche ein geflügelter Begriff. Nun behauptet Antrop\c mit dem kommenden Modell (Mythos) bereits an der Grenze angekommen zu sein. Das Modell übertrifft die Fähigkeiten fast aller Softwareentwickler – und erstellt deshalb fehlerfreie Programme. Mythos deckt, auf der anderen Seite, schonungslos Schwachstellen in bestehenden Programmen und Systemen auf. Ein Paradies für Hacker entsteht. Ganz uneigennützig stellt Antrop\c das Programm beinahe exklusiv dem Pentagon zur Verfügung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Oster-Ausgabe
Nach einem Monat Krieg im Mittleren Osten ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Die aktuellen
Energiepreise sind nicht höher als zwischen 2006 und 2014.
Das Problem: In den vergangenen Jahren haben sich Politik und Wirtschaft
an niedrige Energiekosten gewöhnt, insbesondere in den Schwellenländern.
Dort sind die Folgen des starken Preisanstiegs bereits sichtbar.
Fatal: Die USA sind gerade ein globaler Kapitalstaubsauger. History repeats itself.
Hohe Windfallerträge katalysieren gerne Preisblasen. Dann genügt ein nichtiger
Anlass und alles fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Wie 2007.
AI-Perspektiven
Die US-Hyperscaler saugen gerade den Markt für Fremdkapital leer.
Ihr Kapitalhunger ist schier unendlich, die Projektionen für die
Investitionsbedarfe für die kommenden Jahre sind atemberaubend.
Nun steigen kriegsbedingt die Marktzinsen.
Gleichzeitig überschlagen sich immer wieder technologische Entwicklungen.
Google hat diese Woche das »mp3« Format für LLMs vorgestellt.
Können jetzt Datacenters um Dreiviertel kleiner ausfallen? Die Investments
auch? Es gibt zwei lachende Dritte: Lokale LLMs und – ausgerechnet – Apple.
Broken
Das Titelbild zeigt die Straße von Hormuz. In Kriegszeiten bestimmt das Propagandaministerium über Wahrheit und Dichtung. Marktpreise gehören zu den Instrumenten der Propaganda-Maschine und sind Objekt mannigfacher Manipulation. Aus analytischer Perspektive bleibt nichts übrig, als mit kühlem Kopf den Newsflow zu bewerten und Kriterien herauszuarbeiten, wann wieder ein gewisses Maß an Normalität zurück ist und das übliche Risikomanagement greift.
Energiebündel
Nichts ist spannender, als der Maschinenraum der Eurex. Mitten in den Turbulenzen einer wieder einmal außer Rand und Band geratenen Welt präsentiert die RWE ihre globale Konzernstrategie. Die Kapitalseite ist begeistert und ruft immer höhere Aktienpreise auf. Das RWE-Handelssystem liefert erstaunliche Hintergrunddetails über den institutionellen und Insiderhandel mit der Aktie, die dem einschlägigen Lehrbuchwissen entgegenstehen.
Zeitalter der Barbarei
Wer dachte, die Menschheit als Ganzes sei lern- und entwicklungsfähig, muss spätestens jetzt seinen Fehler eingestehen. Eine Gruppe korrupter, selbstverliebter und faschistoider Männer hat sich erneut die Schalthebel der Macht gesichert. Frei nach dem Motto »Mein Wille geschehe« werden regionale Kriege angezettelt um das eigene Ego zu befriedigen, alte Rechnungen zu bezahlen oder auch einfach Männerfreundschaften zu besiegeln. Sie hinterlassen eine Schneise der Verwüstung und senden eine klare Botschaft: Alles was sich uns in den Weg stellt, sich nicht unterordnet, wird zerstört.
The Mythy Jardines
Seit 2019 ist der Schotte Ben Kesweg Taipan der Jardines in Hongkong. 2020 gelang es, mit Lincoln Pan einen ausgewiesenen Private Equity-Experten einzuwerben. Rückblickend war das ein Geniestreich. Aus einem verkrusteten Kolonialwarenladen wurde binnen fünf Jahren ein dynamischer, zeitgemäßer Mischkonzern. Weiterhin ein waschechter Value-Titel mit einem ausgesprochen hohen Cashflow. Aber auch eine dynamische Wachstumsstory – so weit weg von trendigen AI-Themen, wie nur möglich.
Volatilität made in USA
Vor einem Jahr erklärte die USA dem Rest der Welt den Handelskrieg. Pünktlich zum Jahrestag
melden sich die obersten Richter des Landes und erklären die Nichtigkeit reziproker Zölle.
Sofort reagiert die US-Administration mit der Ankündigung neuer Strafzölle. Höchstwahrscheinlich
leitet dies eine Phase mit erneut hoher Volatilität und sinkenden Marktpreisen ein.
Außerhalb der USA finden Anleger deutlich stabilere Rahmenbedingungen und prosperierende
Volkswirtschaften. Was, wenn ausländische Investoren ihre US-Engagements deutlich zurückfahren,
Gewinne mitnehmen und z. B. europäische Assets kaufen? Die Entflechtung der Kapitalmärkte ist
kein trivialer Prozess und eine weitere Quelle potenziell stark erhöhter Volatilität.
Schöne neue Welt
Welchen Entwicklungspfad schlägt die Welt angesichts der Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz ein? Werden die US-Technologie-Giganten mit ihrer absoluten Kapitalmacht noch dominanter – oder bieten sich sogar Mittelständlern ganz neue Perspektiven, Produktivitätsfortschritte zu erschließen, ohne sich in eine digitale Knechtschaft zu begeben? OpenClaw könnte zum Werkzeug der Stunde werden, ein digitaler Katalysator für eine Emanzipation gegenüber den US-Monopolisten.
Handelsknecht
Kann man die Handelsstrategien irgendwie handeln? Jetzt ja: Der
Handelsknecht ist einsatzbereit. Das ist kaum vergleichbar, mit dem Hype,
den die Veröffentlichung von OpenClaw ausgelöst hat, aber ebenso revolutionär.
Open Source verändert erneut die Welt – ob zum Besseren, wird sich zeigen.
Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte sind jedenfalls bereits profund.
On the Edge
Finanzmarktblasen platzen in aller Regel so, dass die meisten erst rückblickend merken, was tatsächlich passiert. Am Freitag wurde der zukünftige FED-Vorsitzende nominiert. Danach ging’s in einigen Randmärkten drunter und drüber. Ist das der normale Wahnsinn an den Finanzmärkten oder der Anfang des Platzens der verschiedenen Kapitalmarktblasen?
Trump Show
AI-Revolution und zeitgleich die Zerstörung der wertegeleiteten
Weltordnung des 20. Jahrhunderts. Zwei Entwicklungen, die sich egalisieren.
Das Ergebnis ist ein subtiles Metagleichgewicht.
Mark Carney ist der Held des diesjährigen WEF in Davos. Kaum zurück in den
USA überzieht Trump aus purer Boshaftigkeit Kanada mit einem Strafzoll von 100 %.
Willkommen im nächsten Kapitel der Trump-Show.
Kognitive Dissonanz
Pünktlich zum ersten Jahrestag der neuen Trump-Administration »flutet«
man erneut die Welt mit abstrusen Aktionen und Forderungen. Irgendwas bleibt
hängen, das sichert vielleicht die Zwischenwahlen, mag die Logik dahinter sein.
Besser alles nicht nah herankommen lassen, sonst leidet die Analysefähigkeit.
Was hilft: Konzentration auf Europa.
Das scheinen auch andere so zu machen: Europäische Kapitalmärkte performen gegenüber den
USA überzeugend aus. Bayer und RWE entwickeln in diesem Umfeld erstaunliche Trenddynamiken.
Kaufen, wenn Trump eskaliert
Je erratischer die Entwicklungen in den USA, desto attraktiver ist es, Kapital in Europa, Asien und China anzulegen. Diese Entwicklung begleitete die Kapitalmärkte bereits 2025. Vieles deutet darauf hin, dass dies auf absehbare Zeit so weitergeht. Der hiesige MDAX arbeitete in diesem Umfeld gerade ein mustergültiges strategisches Kaufsignal heraus. Noch dynamischer geht es – ausgerechnet – in der Handelsmetropole Singapore zu. Nach einem Jahr Trump haben sich die Welthandels- und Geldströme an die neuen Realitäten angepasst.
Venezuela Calling
3 . Januar 2026. Ein altersschwacher US-Präsident tritt vor die Presse
und murmelt schwach, dass er angeordnet hat, den Präsidenten Venezuelas
in ein US-Gefängnis zu stecken. Das Motto: Ich, Cäsar, walte und herrsche.
Nur wenige Tage vorher muss sich der gleiche Präsident für altersbedingte
Hautverfärbungen rechtfertigen. Er nutzt dies geschickt für eine Werbung
für Aspirin bzw. den Bayer-Konzern. Es gibt nur eine handelstechnische
Konsequenz aus dieser Gemengelage. Die hat mit ultralanglaufenden Staatsanleihen zu tun.
Zwischen den Jahren
Mensch und Tier teilen in den USA ein gleiches Schicksal: Sie (fr)essen zu viel.
Die Abnehmpille für Menschen hat einige Pharmahersteller reich gemacht. Das
wollen andere mit Tiermedizin wiederholen.
Interessant sind neue Entwicklungen in China. Dort setzt man – offenbar erfolgreich –
alles daran, das Monopol von ASML zu brechen. Zeitgleich erleben optische Chips
eine stürmische Entwicklung. Verlagert sich der Technologiewettlauf von
Elektronen zu Photonen?
Eine Ode für den Stillhalter
Die Bühne für das »Grande Finale« ist bereitet (Cover: Auftritt Lady Gaga in Coachella). Nach der FED-Sitzung ist vor dem EZB-Zinsentscheid und dem finalen Hexensabbat am Freitag. Zwei Stillhalter-Handelssysteme stehen im Fokus: Das Bitcoin-Handelssystem misst sich an einem obskuren Nachthandelssystem, das nun in einem ETF verbrieft wird. Das Bayer-Turnaround-Handelssystem hat bewegende Wochen hinter sich. Zeit für eine Bilanz.
Nikolaus
Leuchtende Innenstädte und Weihnachtsmärkte erzeugen den Schein einer glücklichen Zeit.
Vollbeschäftigung und gut gefüllte Weihnachtslohntüten tun ihr Übriges. Aber Achtung:
An den Kapitalmärkten scharren Bond Vigilantes mit den Füßen. Mit hohen Zinsen wollen
sie Politiker zu mehr Kostendisziplin zwingen. »Wir machen Ausleihungen so lange teurer,
bis ihr die Steuergelder mit Verstand ausgebt«, ist die Botschaft. Das tektonische Beben
könnte von den USA ausgehen.
Für 2026 gilt: Je größer der Abstand zu den USA, desto besser. Je klarer die abgrenzende Botschaft
der Staaten, desto besser für das Anlagekapital. Deshalb sind Singapore und Hongkong
die derzeit sichersten Locations für die Geldanlage.
Aus dem Keller ans Licht
Zugegeben – die Nachrichten mit Beschlüssen der Bundesregierung zu Wirtschaftsthemen
sind keine leichte Kost. So viel Chaos ist selten. Um einen Zielpfad zu finden, braucht
es vermutlich ein hochentwickeltes AI-System.
Hier gilt aber auch, was für die Preisfindung für Krypto-Token gilt: Wenn es keinen
inneren Wert gibt, sind alle Zustände möglich. Überraschend viele »Analysten« sind
trotz der unterirdischen Performance der hiesigen Regierung für 2026 ausgesprochen optimistisch.
Bestes Beispiel ist Bayer, das sich für ein entscheidendes Jahr 2026 rüstet.
Lame Duck und Krypto-Crash
Ein Kommentator in der FT bringt es auf den Punkt: Bitcoin ist seit dem Allzeithoch um 40 Prozent preiswerter geworden.
Das ist immer noch 60 % mehr, als sein fairer Wert. Für andere ist der dynamische Trend Kennzeichen der Machterosion
im MAGA-Lager. Höchstwahrscheinlich ist es nichts weiter als ein sehr gesunder Abbau von Spekulation.
Das wünscht man sich bei gehypten AI-Aktien auch – passiert aber nicht. Nvidia zeigte gerade eindrucksvoll, dass
man vollständig auf dem Zielpfad ist. Nvidia, Google und IBM bringen sich jetzt in Stellung für die nächste
Iteration im immer noch jungen Kontradjew-Zyklus: Weltmodelle sollen LLMs ablösen und deren fundamentale Grenzen überwinden.
Heimspiel
Die vergangene Woche hielten einige DAX-Konzerne die Finanzwelt in Atem. Bayer, Siemens, Infineon, Siemens Energy, RWE: Alle legten ihre Bilanzen vor. Zahlen lügen bekanntlich nicht. Die Preisentwicklungen der Aktien nach den Ad-hoc-Statements ist bezeichnend. Bis auf Siemens schlugen sich die AI-Roboter mindestens kurzfristig auf die Käuferseite. Siemens allerdings ist eine herbe Enttäuschung. Nicht unbedingt das Zahlenwerk, aber die Unprofessionalität der IR-Abteilung im Handling der geplanten Abspaltung der Healthineers. Da wird vor aller Augen Geldvernichtung betrieben. Das ist der ehrwürdigen Siemens unwürdig und erinnert an die Zeit, als der Konzern als Pensionskasse mit verlängerter Werkbank galt. Das passt allerdings hervorragend in die aktuelle Merz-Republik und ist ein Spiegel des Landes der Hausmeister und Gartenzwerge, dass seinen Rentnern das Geld hinterherträgt aber unfähig ist, ein Eisenbahnnetz zu betreiben (auf dem Siemens-Züge rollen könnten).
Giganten im Fokus
Der Coup von Elon Musk, in absehbarer Zeit mit der Hilfe von Tesla-Aktionären zum ersten Billionär der Menschheitsgeschichte zu werden,
schaffte es fast überall in die Hauptnachrichten. Plötzlich ist wieder Phantasie in der Aktie – gemeinsam
gelingt es, dieses Ziel zu erreichen, lautet das Motto. Ist das Investition, Spekulation oder schlicht Personenkult? Meta erzählt eine
andere Story. Werbeeinnahmen müssen fließen, komme, was wolle. Also überzieht man seine Nutzer mit
illegalen Angeboten – und verlangt als Risikokompensation einen Aufpreis von den Inserierenden. Weil das
nicht reicht, verschuldet man sich außerbilanziell. Merkt ja keiner.
Solch zwielichtige Geschäfte erwartet man eigentlich in Hinterzimmern in Hongkong. Das genaue
Gegenteil ist der Fall. Dort plüstern sich die ehrwürdigen Jardines zum rechtmäßigen Nachfolger der
Berkshire Hathaway auf – der neue Taipan entfaltet seine Macht.
Trügerische Ruhe zu Halloween
Am Freitag versuchten Heerscharen wild verkleideter Jugendliche den immer kürzeren und dunkleren Tagen noch etwas Positives abzugewinnen. Einen Tag vorher detektierten Charttechniker das Hindenburg Omen, ein umstrittener Indikator für einen nahenden Marktcrash. Passend dazu veröffentlichte die FED die Nutzung ihrer Repo-Facilitäten. Plötzlich geht wieder das Gespenst einer starken Nachfrage nach Liquidität um, die, wie auch 2008, nur von den Notenbanken gedeckt werden kann. Dies stellt das Narrativ »Weihnachtsrallye« unter einen Vorbehalt.
Zeitalter der Narrative
Jeder, der die globalen Kapitalmärkte nüchtern beobachtet, schüttelt nur mit dem Kopf. Wie kann es sein, dass die Aktienkurse weltweit angesichts zahlloser Konflikte und protektionistischer Handelsbarrieren immer weiter klettern? Der heimische DAX ist wegen des hohen Gewichts der Auto-Aktien zwar ein Underperformer, aber Europa ist trotz ökonomischer Stagnation wegen nachvollziehbarer Unternehmensbewertungen ein Kapitalmagnet. Die USA und China: Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass sich Trump und Xi in der kommenden Woche in Seoul die Bälle zuwerfen, ihre Gefolgschaften mit Erfolgsmeldungen überziehen und Gründe liefern, die Vorstellung einer unendlichen Aktienrallye weiter in die Realität zu meißeln. Willkommen im Zeitalter der Narrative.
Vorschusslorbeeren für Lecornu
Geht es nach den Kapitalmärkten, dann ist Frankreich aus dem Gröbsten raus. Nach den überstandenen Misstrauensvoten sind französische Aktien und Anleihen klare Outperformer der vergangenen Woche. Das zeigt zwei Dinge sehr deutlich: Es gibt viele Schnäppchenjäger und jeder Dip wird gnadenlos als Kaufgelegenheit genutzt. Das Sentiment für das Kryptosegment hat sich dagegen deutlich abgekühlt. Nach einer Phase ohne große Volatilität wird nun Jagd gemacht auf überinvestierte Spekulanten. Darauf hat das Ether-Handelssystem gewartet. Erstmals können Nichtlinearitäten in Stressphasen live aufgezeichnet und ausgemessen sowie Risikokennzahlen abgeleitet werden.
Finde den Fehler
Zurück in die Zukunft, so scheint das Motto der schwarz-roten Wirtschaftspolitik des Jahres 2025 zu lauten. Die Zukunft gehört Wunderwerken deutscher Ingenieurskunst auf vier Rädern. Der chinesische Gegenentwurf, das Smartphone auf Rädern, wird weiterhin belächelt. Ferner sieht man in der Kernfusion – wie bereits vor 50 Jahren – einen Zukunftsmarkt. Die Börse zeichnet glücklicherweise ein anderes Deutschland: Ein Hersteller von Prothesen ist gerade furios gestartet. Dort ist klar: Ohne AI-Steuerung in Kombination mit Ingenieurskunst geht gar nichts. Ein wenig von diesem Weitblick aus Niedersachsen würde man der politischen Führungsmannschaft in Berlin auch wünschen.
Patriotische Geldanlage
China feiert seine »goldene Woche«. Es ist Zeit, einen Blick in die USA zu werfen.
Die aktuelle Preisentwicklung an den Aktienmärkten ist höchstwahrscheinlich
Ergebnis einer erfolgreichen Aktivierung einer »Patriotischen Kapitalanlage«
durch die Trump-Administration. Diese entspricht vom Wesen her ähnlichen Entwicklungen
in autokratischen Staaten, wie der Türkei, Ungarn oder Russland.
Auch in Europa werben nationale Regierungen dafür, dass verfügbares Kapital
im eigenen Land investiert wird. Das folgt aber einem anderen Muster. Autokratien
erzeugen die Illusion einer gesunden Volkswirtschaft, demokratische Staaten
werben mit Exzellenz um das Kapital der Anleger.
Post Peak Efficiency
Zuerst Intel, nun OpenAI: Nvidia öffnet seine Schatulle und verteilt großzügig Investitionsmilliarden. Ist es die immer stärkere Konkurrenz chinesischer Unternehmen oder eine diffuse Ahnung, dass ohne solche Aktionen die Vorherrschaft von Nvidia schnell vorbei sein könnte? Wobei: Der jüngste Coup von Alibaba (Qwen3-Next) zeigt die Innovationskraft chinesischer Software-Ingenieure und könnte OpenAI bald überflügeln. Ob die Kapitalspritze dort auf fruchtbaren Boden trifft? Vielleicht ist die Produktivität im US-AI-Sektor bereits deutlicher gesunken, als es die Unternehmenskommunikation erwarten lässt. In diesem Falle stünden chinesischen, indischen und europäischen AI-Laboratorien goldene Zeiten ins Haus.
Italienische Impressionen
Bis 2024 war die Finanzwelt zweigeteilt: Während im traditionellen Bereich Investitionen getätigt wurden, agierten im Krypto-Segment vorwiegend spekulierende Akteure. Nun verschmelzen diese Welten zunehmend. Krypto-ETFs entstehen in großer Zahl, und mit dem $Trump- sowie dem DOGE-Coin können erstmals auch Meme-Coins im traditionellen Finanzmarkt gehandelt werden.
Über 15 Jahre stützte die japanische Notenbank den Aktienmarkt durch ETF-Käufe. Nun jedoch tritt die BoJ als nachhaltiger Verkäufer von Aktienpaketen auf, was den Nikkei als Investitionsziel unattraktiv macht.
Von Tontafeln zu Stablecoins
Die digitale Revolution fegt über den Globus. Stablecoins
erfüllen den gleichen Zweck, den Tontafeln mit Kritzeleien,
die Getreideschulden bezeugten, für die Entwicklung Mesopotamiens
hatten. Manchmal hilft ein Blick in den Rückspiegel bei der
Einordnung von Prozessen der Gegenwart. Plötzlich weicht
die Komplexität.
Ob das auch für Versuche gilt, den Preis von Kryptotoken – koste es, was es wolle –
in astronomische Höhen zu treiben? Gerade machen TON und Avalanche
entsprechende Erfahrungen.
China auf der Überholspur
Das jüngste Treffen der Verbündeten Chinas und die Machtdemonstration während der Militärparade macht die Potenz der Staaten des Ostens für jeden sichtbar. Die US-Hegemonie wird kraftvoll in Frage gestellt. Europa spielt – außer als Zuschauer – erneut keine Rolle. Auf der anderen Seite des Globus zieht sich der norwegische Staatsfonds aus Investments mit Verbindung zum Gaza-Krieg zurück. Davon fühlt sich die USA direkt angegriffen. Die unmittelbare Konsequenz: Reiseverbote für das Fondsmanagement und eine scharfe Rüge für die norwegische Regierung unmittelbar vor den dortigen Parlamentswahlen. BioNTech scheint dagegen alles richtig gemacht zu haben. Für eine Feldstudie wählte man einen chinesischen Partner. Der frühe Erfolg kann ganz ohne Störfeuer durch MAGA-Verfechter genossen werden.
Die Wee-Story
Zwei Brüder wagen ihr Glück in der britischen Kolonie Singapore. Bereits nach wenigen Jahren ist »Tiger Balm« eine Weltmarke. Haw Par heißt das Unternehmen, benannt nach den Vornamen der Firmengründer. Die Erben bringen Haw Par an die Börse – und werden sofort Opfer von Finanz-Spekulanten. Ein Jahrzehnt später ist nicht nur die Firma weg, auch der Spekulant steht vor dem Kollaps. Es beginnt die Erfolgsgeschichte der Familie Wee. Kühn wird eine Übernahme eingefädelt und Haw Par wieder auf Kurs gebracht. Heute ist die Firma hochprofitabel und Dividendenaristokrat.
Exzellenzcluster
Oft sind es Randnotizen, die sich später als Kristallisationspunkt epochaler Entwicklungen erweisen. Vor etwa einer Woche gaben CureVac und BioNTech ihre Fusion bekannt. Kurz zuvor entzog das US-Gesundheitsministerium allen US-Unternehmen die Forschungsgelder für die mRNA-Entwicklung. Damit wird der Südwesten Deutschlands zum Epizentrum für die Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente. Plötzlich fließt vieles zusammen: Ein Medizintechnik-Cluster, der entstehende KI-Cluster und schließlich der globale Hotspot für die mRNA-Forschung.
One Stop AI Shop
Der Blick nach Korea zeigt, wie man sich strategisch als Key-Player im KI-Segment
aufstellt. Kaum im Amt, aktivierte die linksorientierte Regierung den Plan
»KI-Cluster«. Das ganze Land konzentriert sich auf die Wertschöpfungskette
des Zukunftsmarkts »Künstliche Intelligenz«. Das Ziel: ein One-Stop-Shop für
KI für alle, die eine Abhängigkeit von den USA und China scheuen.
Moment, war das nicht auch die Zielvorstellung der EU-Kommission? Hier bildet
man zunächst einen Arbeitskreis und diskutiert, wie man diese Aufgabe auf 27 Länder verteilt.
Korea hat währenddessen bereits ein leistungsfähiges und energiesparendes LLM im Markt.
Augustfeuer
Wieviel Disruption vertragen die globalen Kapitalmärkte? Fast hat es den Anschein, die aktuelle US-Administration würde das ultimativ austesten. Kaum sind die universellen Strafszölle gegen alle Handelspartner der USA in Kraft, legt Washington nach: Doppelte Zollsätze für Indien. Die Schweiz scheitert auf ganzer Linie und muss 160% höhere Zölle verkraften, als die EU. Das Ende der Fahnenstange scheint noch weit – Halbleiterproduzenten müssen Zölle von 100% für US-Exporte stemmen, als nächstes folgt möglicherweise eine Lex-Intel, harte Unternehmensstrafen weil man am CEO festhält, der einigen Republikanern nicht passt.
Sommergewitter – oder?
Pünktlich zum 1. August fallen die Marktpreise. Zum Handelsstart in Asien veröffentlichte die USA vorläufig endgültigen Zollsätze.
Die Zölle sind Ausdruck der Machtentfaltung der US-Administration. Solange sich die globalen Handelspartner gegeneinander ausspielen
lassen, hat die Trump-Administration ein leichtes Spiel. Das neue Handelsregime ist vornehmlich eins: unfair. Wer zufällig
einen guten Kontakt ins Weiße Haus hat, kann viel für sich herausholen. Wehe aber, wenn die US-Seite verstimmt ist – warum auch immer.
Auf der Strecke bleiben transatlantische und pazifische Partnerschaften. Fluence ist ein gutes Beispiel für das Ausmaß der politisch motivierten Wertvernichtung.
Die Hoffnung, dass mit den vereinbarten »Deals« die Realität prognostizierbarer werden würde, ist längst verflogen. Dass die Marktpreise
vielfach immer noch in Schlagdistanz zu Allzeithöchstwerten notieren, grenzt an ein Wunder.
YOLO 2025
»You Only Live Once« ist das Motto des Sommers 2025. Hedonismus in Reinstform. Klimawandel? Was schert es mich,
es ist schließlich Sommer. Peter Thiel zieht die Fäden für eine apokalyptische Zukunft: Ich lebe auf der Sonnenseite,
die Massen im Schatten müssen halt aufpassen. Die Preise für ausgesuchte Aktien steigen ins Unermessliche – No Risk no Fun!
Mitten im Sommerloch pushen Spekulanten aus Reddit-Foren heraus erneut unprofitablen Meme-Stocks. Die Marketmaker sind
diesmal vorbereitet und profitieren. Am Primärmarkt ist The Ether Machine aufgeschlagen. Die Aktie könnte zu
einer Einfallschleuse für privates und institutionelles Kapital in den DeFi-Markt auf der Blockchain werden – eine
Beteiligungsgesellschaft für den Krypto-Space. Genauso hat Warren Buffet auch angefangen …